Fachbeiträge zum Thema Schafe, Ziegen und Gehegewild

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Archiv - Fachbeiträge Schafe, Ziegen und Gehegewild aus vorhergehenden Jahren



18. Fortbildungsveranstaltung für Schaf- und Ziegenhalter sowie Hoftierärzte, 02.03.2017, LLFG in Bernburg-Strenzfeld

Am 02.03.2017 fand zum 18. Mal die traditionelle Märzveranstaltung in Bernburg-Strenzfeld statt. Das von Elmar Grzonka entwickelte Konzept einer gemeinsamen Fortbildung für Schaf- und Ziegenhalter sowie Hoftierärzte ist so erfolgreich, dass mittlerweile in Thüringen, Bayern und Sachsen regelmäßig gleichartige Veranstaltungen durchgeführt werden und in Brandenburg im vorigen Jahr damit begonnen wurde.

Die gute Resonanz der Vorjahre wurde in diesem Jahr noch einmal übertroffen. Der Tagungsraum geriet an seine Fassungsgrenze, dank rechtzeitig organisierter zusätzlicher Stühle und der Disziplin der Zuhörer hat dies aber der Veranstaltung nicht geschadet. Zusätzlich ist es ein Ausdruck dafür, wie hoch der Bedarf an Informationen für diese Tierarten ist und das sich die Qualität der ausgewählten Themen und Referenten herumgesprochen hat.

Mit einer kurzen Begrüßung durch die Organisatorin vom Tiergesundheitsdienst Sachsen-Anhalt begann der erste Veranstaltungsteil, in dem es um Themengebiete ging, die im Wesentlichen durch den Einfluss der Öffentlichkeit an die Schaf- und Ziegenhaltung herangetragen werden.

So berichtete zunächst Frau Tierärztin Sophia Wohlfarth über das Bundesforschungsprojekt zur Schlachtung tragender Tiere, insbesondere über die Ergebnisse der Umfrage unter Tierhaltern und Tierärzten sowie die bisher eingetretenen Konsequenzen.

Anschließend informierte Udo Moog über chirurgische Eingriffe am Tier und über die entsprechenden Forderungen des Tierschutzgesetzes, deren Nichtachtung erhebliche Sanktionen nach sich ziehen kann. Dies scheint doch für den einen oder anderen Tierhalter noch nicht vollständig klar gewesen zu sein, wie so manches Gespräch im Anschluss zeigte.

Der Vortrag von Karl Heinz Kaulfuß über das Thema Witterungsschutz bei Weidehaltung kleiner Wiederkäuer bediente dann wohl endgültig das Interesse aller, geht doch so mancher Konflikt zwischen Tierhaltern, Behörden und Dritten von diesem Thema aus. In gewohnt sachlicher wie engagierter Weise gelang es ihm, die möglicherweise unterschiedlichen Ansichten hierzu mit den physiologischen Grundlagen dieser Tierart „zu erden“ und daraus entsprechende Entscheidungshilfen abzuleiten.

Nach einer kurzen Information von Torsten Steppin über die Verbreitung von Blauzungenkrankheit und Schmallenberg Infektion und den Fragen einer entsprechenden Schutzimpfung ging es dann in die verdiente Pause mit entsprechender gastronomischer Versorgung und vielen Gesprächen.

Am Nachmittag lud Benjamin Bauer vom Tiergesundheitsdienst Bayern beim Thema Wurmkur und Wirkstoffwechsel die Zuhörerschaft zum Mitdenken ein. Er imitierte ein Kartenspiel und erklärte zu Beginn die Regeln und die Karten (Wirkstoffgruppen). Dann stellte er Fallbeispiele vor und forderte zum Ziehen einer Karte auf. So wurde die Komplexität dieser von den Tierhaltern leider meist im Alleingang getroffenen Entscheidung auf verblüffende Weise offensichtlich. Auch waren die geschilderten Resistenzen gegenüber hierzulande oft und gern verwendeten Wurmmitteln für viele Zuhörer/innen hoffentlich eine ernste Mahnung.

Zuletzt gelang es dem letzten Vortragenden, dass die Tagungsgäste das Verstreichen der Zeit fast gar nicht bemerkten. Ulrich Jaudas zog alle in seinen Bann, als er mit seinem schwäbischen Dialekt und einem Schatz an Erfahrung, vor allem aber mit Vortrags- und Lebenswitz das Wesen der Ziege im Vergleich zum Schaf charakterisierte. Dadurch begründete sich so manche oft beobachtete Verhaltensweise dieser Tiere. Der Vortrag war ein ausgesprochener Genuss und beinhaltete auch so manchen „Aha-Effekt“.

Damit ging die 18. Märzveranstaltung für Schaf- und Ziegenhalter sowie Hoftierärzte zu Ende.

Die Veranstaltung wurde unterstützt durch die Firmen Intervet Deutschland GmbH, ELANCO, Zoetis, Bayer Vital GmbH und Serumwerk Bernburg, wofür an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt werden soll. Damit wurden insbesondere die Bewirtung der Tagungsteilnehmer mit einem Imbiss, Kaffee, Getränken und Kuchen durch den Gasthof „Zum Krug“ Bernburg sowie ein Präsent für die Referenten finanziert, welches in diesem Jahr von der Schafmilchkäserei von Anett und Arnold de Vries in Lindau stammte.

Die Vorträge werden zum Nachlesen auf der Internetseite der Tierseuchenkasse Sachsen-Anhalt unter der Rubrik Tiergesundheitsdienst/Schafe und Ziegen/Fachbeiträge eingestellt.

Vorträge:
Schlachtung tragender Tiere (Sophia Wohlfarth)
Eingriffe am Tier und Tierschutzgesetz (Dr. U. Moog)
Brauchen Schafe einen Witterungsschutz? (Dr. K.H. Kaulfuß)
Wirkstoffwechsel bei der Wurmkur - aber wie? (Dr. B. Bauer)
Zum Wesen und Verhalten der Ziege (Dr. U. Jaudas)




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